Jetzt in der Zeit der Pandemie, wo uns alle Corona fest im Griff hat und auch die letzten Urlaubsträume geplatzt seien dürften, hatte ich heute eine Location im Auge, die entfernt an eine schnöde Wüste erinnert. Was fehlt sind die Palmen und die Kamele. Aber die Dürre und Trockenheit hat uns schon eingeholt. Vielleicht sind es bald wieder tagelang über 30 Grad, dann sollte es auch nicht schwer sein im renaturierten Tagebaugelände am Gut Geisendorf eine Wüste zu erkennen.

Aber wo ist diese Wüste. In der letzten Story habt ihr gelesen, dass ich in den Steinitzer Alpen war. Genau auf dieser Straße kommt man in 5 Minuten Autofahrt zum Gut Geisendorf. Gut Geisendorf ist ein kulturelles Zentrum in den Stilen eines alten, aber original erhaltenen Landhaus. Hier finden Lesungen, Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Wenn es dann die Pandemie wieder einmal zulassen sollte.

Hier am Gut Geisendorf, vielleicht gerade einmal 100 Meter vom Gutshaus entfernt, verlief im Jahr 2012 noch der Tagebau Welzow Süd. Was waren das für Aussichten für Technik Freaks. Die Bagger direkt vor der Nase. Man hätte eine komplette Abbildung dessen nicht mal mit einem 12mm Ultraweitwinkel draufbekommen, so nah waren sie gewesen. Aber die Kohle hier war schnell abgebaggert und der Tagebau zog weiter in Richtung Welzow, immer auf die Geisterstadt Alt Haidemühl.

Dann schon wurde renaturiert. Andere Bagger schlossen das Loch, das so groß war, dass man hätte eine Stadt darin versenken können. Nach dem Zuschaufeln hätte nicht einmal mehr ein Fabrikschornstein durch die Erde geragt. Hier entstand erst eine Ebene, die sich mit der Zeit immer mehr erhob. Es bildeten sich kleine Hügel. Steine wurden angekarrt. Eine Regenhütte gebaut. Sträucher und Bodendecker machten die Bepflanzung aus. Später kamen noch kleine Bäume hinzu. Doch die größten Flächen waren bedeckt mit Sand. Losem Sand. Der wandert mit der Zeit durch die Gegend. Bodendecker verhindern eine Dünenbildung. Angelegte Wasserstraßen trocknen aus. Es herrscht Dürre und extreme Trockenheit. Doch ist diese Location ausgezeichnet für die Fotografie geschaffen. Bodenstrukturen und Himmel geben sich hier einen Fight. Wer gewinnt ist das Motiv mit dem besten Licht. Das Licht wechselt an solchen wolkenreichen Tagen ständig. Immer neue Farben tuen sich auf. Gerade gegen Abend hat man hier die Möglichkeit wunderschöne Farbbilder zu schießen. Auch die Astrofotografie kann man hier gut ausführen. Zur Not hat man eine Schutzhütte auf dem Gelände. Im Feuerlöschteich spiegeln sich die Sterne und Steinhaufen bilden total interessante Vordergründe.